Peak-Level und RMS-Level Anzeige

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Norbert Meyer
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Bin gerade dabei mich ein wenig mehr mit dem Ton auseinanderzusetzen. Und zwar geht es im speziellen um den Peak- bzw. RMS-Level. In der Hilfe werden zwar beide Begriffe genannt (und auch kurz erklärt), aber ich habe nirgends einen weiteren Hinweis darüber gefunden, wie diese beiden unterschiedlichen Anzeigearten dargestellt, bzw. in der Pegelanzeige abgelesen werden können.
Ich würde vermuten, dass der schmale Balken der Peakanzeige dient und der fette Balken den RMS-Level darstellt. Wie gesagt ich bin mir da aber nicht sicher. Wer kann ein wenig Klarheit zu diesem Thema bringen?
Viele Grüsse

Norbert


Fantasie ist wichtiger als Wissen, denn Wissen ist begrenzt (Albert Einstein)
Norbert Meyer
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Ich bin überrascht, dass es bei dieser Anfrage bisher noch keine Antwort gegeben hat. Ich hatte zumindest geglaubt, dass aus dem Hause Stumpfl eine Antwort erfolgen würde, wenn von den angemeldeten Usern niemand eine Antwort darauf weiss.
Sollte ich entsprechende Erklärungen in der Hilfe übersehen haben, so wäre es doch schön, wenn ich einen Tipp bekommen könnte wo dieses Thema abgehandelt wird.
Viele Grüsse

Norbert


Fantasie ist wichtiger als Wissen, denn Wissen ist begrenzt (Albert Einstein)
Dieter Hartmann
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Hallo Norbert,

die Pegelanzeigen in Balkenform sind immer Peak-Pegel. RMS-Pegel werden nur in einigen Dialogen nummerisch angezeigt und sind eine ergänzende Information zur Beurteilung der Lautheit. Die RMS-Werte haben für eine technisch korrekte Aussteuerung praktisch keine Bedeutung.
Viele Grüße
Dieter Hartmann

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Norbert Meyer
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Hallo Dieter,

danke für deine Antwort. Was die maximale Aussteuerung (Peak) angeht hast Du sicherlich recht, aber der RMS-Pegel gewinnt an Bedeutung, wenn ein Soundtrack nach dem K-System abgemischt werden soll. Dann sind Angaben zur Lautheit schon relevant. Eine Aussage von Christoph lautete ja damals in Dabringhausen, dass das K-System irgendwann einmal auch in WP integriert werden soll. Solange dieses jedoch noch nicht geschehen ist, kann mit WP doch nur ein "ungefähres" Verfahren verwendet werden. Eine Alternative, wenn auch nicht gerade billig, wäre die Verwendung einer Software (Samplitude, WaveLab usw.) welche Abmischungen im K-System unterstützt.
Ich weiss, dieses Thema ist derzeitig sicherlich nicht von so breitem Interesse, aber es ist auch nicht total uninteressant. Mir hat deine Aussage jedenfalls erstmal weitergeholfen.
Viele Grüsse

Norbert


Fantasie ist wichtiger als Wissen, denn Wissen ist begrenzt (Albert Einstein)
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Focuswelten
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Hallo Norbert!

Eine Bitte: Kennst Du einen Link zur Erklrärung des K-Systems in verständlicher Weise? Bei Google bin ich leider erst mal gescheitert. Das würde mich aber doch sehr interessieren!

Danke schon mal!

Beppo - Focuswelten
Josef Niedermeier
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Dieter Hartmann
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Hallo Beppo,

ich sende dir einen PDF-Artikel von Bob Katz, dem Erfinder des K-Systems. Ich habe den Artikel schon vor Jahren gelesen und meine Tonmischungen nach seiner Philosophie vorgenommen. Es wäre natürlich toll, wenn wir in WP, die Aussteuerungsanzeigen für das K-System skalieren und dann unsere Laustpsrecheranlage auf den Referenzpegel kalibrieren könnten. Für letzteres braucht man einen Schalldruckmesser, die es aber schon für unter 100,- Euro gibt.
Viele Grüße
Dieter Hartmann

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Norbert Meyer
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@Beppo

Ich habe leider erst heute die Zeit gefunden mal wieder ins Forum zu schauen. Aber Dieter Hartmann hat Dir ja sicherlich schon helfen können mit einem (wahrscheinlich englischen) Artikel zu dem Thema.

@Dieter

vielen dank, dass Du Beppo gleich helfen konntest.

Ich habe mir übrigens das Buch von Bob Katz "Mastering Audio" besorgt (40 Euro bei Amazon). Dieses gibt es leider auch nur in englischer Sprache. Das Buch enthält viele allgemeine Sachen zum Thema Audio und ein Kapitel befasst sich dann mit dem K-System. Deutschsprachiges habe ich leider noch nicht entdecken können, ausser eine paar wenige Worte im Handbuch zu Samplitude 10, bzw. Steinbergs WaveLab 6.

Ich versuche jetzt mal einen kurzen Abriss des K-Systems zu geben:
Dieses System beruht zum einen darauf, dass es kalibrierte Audio-Monitore zur Abmischung voraussetzt. Ein kalibrierter Monitor soll nach dem K-System auf einen Schalldruck von 83 dB SPL (Sound Pressure Level -> Schalldruck) pro Kanal eingestellt werden, wenn ein Rosa Rauschen mit -20 dB RMS (nicht Peak) zugespielt wird. Da es sich bei der dB (Dezibel) Skala um eine logarithmische Masseinheit handelt, in der 3dB einer Verdopplung entsprechen, muss bei der Wiedergabe über 2 Lautsprecher also ein Schalldruck von 86 dB SPL gemessen werden.
Doch nicht nur die Audio-Monitore bei der Abmischung müssen so kalibriert sein, sondern auch das Wiedergabe-Equipment.
Allerdings wird die kalibrierte Aussteuerung auch oft um 6dB herabgesetzt. Zur Schallpegelmessung ist ein Schalldruckpegelmessgerät erforderlich, welches über eine Genauigkeit von 1,5 dB verfügen muss (Preisklasse ab ca. 100 Euro). Diese Kalibrierung soll den Austausch zwischen den Studios dienen. Die 83 dB kommen aus der Kinowelt.
Soviel zu den technischen Voraussetzungen. Der eigentliche Kern des K-Systems ist der Einsatz von einem grossen Dynamikumfang bei der Sounderstellung. Heutige Musik wird leider nur noch mach dem Massstab abgemischt: laut, lauter und noch lauter. Dieses wird durch sogenannte Kompressoren erreicht. Ein Kompressor nimmt die (fast) ganze Dynamik aus der Musik heraus in dem er die leisen Passagen auf den Level der lautesten Passagen anhebt, also die Dynamik entzieht. Dieses kann man sehr gut anschauen, wenn man sich einmal einen heutigen Popsong in einem Audioeditor oder auch auf der Tonspur von WP anschaut. Bis auf wenige ganz kleine Einbrüche befindet sich der Pegel immer an der 0dB Grenze. alles sieht irgendwie quadratisch aus. Bei guten Klassik-Aufnahmen wird man diese Wellenform (Hüllkurve) nicht so sehen können. da gibt es noch echte Pegelspitzen.
Wie gesagt, Bob Katz ist ein Gegner der absoluten Lautstärke und ein Verfechter der Dynamik. Und aus diesem Grund hat er das K-System entwickelt, welches es in 3 Ausprägungen gibt. K-20, K-14 und K-12. Dabei entspricht die grössere Zahl einem grösseren Dynamikumfang.
Einen grösserer Dynamikumfang wird dadurch erreicht, das für die Pegelspitzen ein ausreichender Headroom zur Verfügung steht. das wird dadurch erreicht, dass der normale 0 dB Pegel beim K-20 System um 20 dB herabgesetzt wird und somit den neuen 0 dB Pegel ergibt. Das bedeutet wiederum, das extrem laute Schallereignisse, wie z.B. eine Explosion, sich zwischen dem K-20 Pegel und dem normalen 0 dB Pegel befindet (im Film bei ca. 88 - 90 dB), während der normale Sound nur bis zum K-20 0dB Pegel gefahren wird.
Ein weiterer Vorteil besteht nun darin, dass bei einem kalibrierten System wirklich ganz und gar nach Gehör abgemischt werden kann, ohne auch nur einen Blick auf die Pegelanzeige werfen zu müssen. Eine Übersteuerung des Audiosignals ist somit im allgemeinen wohl nicht mehr zu befürchten.
Als grobe Einteilung kann gesagt werden
K-20 für Film
K-14 für Home Cinema (Heimkino)
k-12 für den Rundfunk

Ich hoffe ich habe in der Kürze alles einigermassen verständlich darstellen können
Viele Grüsse

Norbert


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Hallo!

Herzlichen Dank an Dieter und Norbert für die prompte und kompetente Hilfe!

Servus
Beppo
Josef Niedermeier
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ebarwick
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Hallo!

Ein Kompressor - gut dosiert eingestellt - dämmt die Pegelspitzen etwas ein ohne den typischen Popmusik-Gleichmacher-Effekt, den Norbert ansonsten richtig beschrieben hat.

Welchen Stellenwert hat denn bei euch - allgemein im Forum - der Audioteil und das dazugehörige Equipment? Arbeitet hier jemand mit Kompressoren, Mischpulten und eingemessenen Monitoren oder findet die Vertonung mehr auf mp3 Basis am Rechner statt?

Grüße
Erhard

P. S.
Ein empfehlenswertes Buch inkl. Beispielen auf CD ist der "Mixing Workshop" von Uli Eisner. Mein Exemplar ist zwar schon ein paar Jahre alt, aber vielleicht gibts ja eine Neuauflage.
Die Welt ist so wie man sie sieht.
Marion Gräfin von Dönhoff
Norbert Meyer
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Gestern habe ich den bestellten Schalldruckpegelmesser erhalten und war natürlich gespannt wie die Lautstärke wohl sein würde, wenn ich die Boxen auf den Level des K-20 Systems einstelle. Also ein Rosa Rausen mit einem RMS-Pegel von -20dB wiedergegeben und den Schalldruckpegelmesser auf Slow, Bewertung dbC eingestellt und dann die Lautstärke der Boxen hochgefahren, bis 83dB SPL erreicht waren. Ziemlich laut und deshalb die Lautstärke wieder um 6 dB reduziert wie von Bob Katz vorgeschalgen. Danach einen Part eines zuvor erstellten Soundtracks (für K-20) ablaufen lassen. Allerdings nur ein kurzes Stückchen, denn dann habe ich mir gedacht es ist günstiger, wenn ich mit der Wiedergabe stoppe. Es war einfach ziemlich laut und das könnte in einem Mehrfamilien-Mietshaus vielleicht doch zu Problemen führen. Zumindest zu bestimmten Tageszeiten. Glücklich der, der entweder eine eigenes Haus besitzt oder eine Möglichkeit hat ein entsprechendes Zimmer gut mit einer Schallisolation zu versehen. Oder nur schwerhörige Nachbarn! Mal sehen, welche Möglichkeiten mir noch einfallen um das K-System nutzen zu können ohne grossartigen Ärger mit den Nachbarn zu provozieren.
Viele Grüsse

Norbert


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